Von aussterbenden Tieren - Douglas Adams' zärtlicher Reisebericht

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Rezension von Lutz Hagestedt

Von aussterbenden Tieren

Douglas Adams’ zärtlicher Reisebericht

DOUGLAS ADAMS, MARK CARWARDINE: Die Letzten ihrer Art. Eine Reise zu den aussterbenden Tieren unserer Erde. Aus dem Englischen von Sven Böttcher. Hoffmann und Campe, Hamburg 1991. 270 Seiten. 38 Mark.

Douglas Adams ist durch seine Weltraumodyssee „Per Anhalter durch die Galaxis“, eine auf mittlerweile vier Bände angewachsene Romantrilogie, zum Kultautor der jung(geblieben)en Science-fiction-Leser avanciert. Seine Fangemeinde ist riesengroß, allein in Deutschland sollen eine Million Exemplare über den Ladentisch gegangen sein. Von der SF- und Fantasy-Literatur zu den aussterbenden Tieren von Terra, einem bewohnten Himmelskörper im dritten Planetenring eines Sonnensystems im Orion-Arm, ist es nur ein Schritt. Douglas Adams und sein Co-Autor Mark Cawardine haben ihn getan, um eine der letzten Möglichkeiten wahrzunehmen, die bedrohte Tierwelt der Erde kennenzulernen. Was sie gesehen und was sie erlebt haben, ist amüsant, traurig, phantastisch und völlig normal zugleich.

Die weißen Nashörner, die nicht weiß sind, sondern „weit“ (das ist Afrikaans und bedeutet hier soviel wie „breitmäulig“), die Vögel, die nicht fliegen können, wie zum Beispiel der neuseeländische Kakapo, ein extrem dicker Nachtpapagei, sowie Berggorillas, Schlammspringer, Fiederhunde, Warane und andere seltene Tierarten.

Die seltsamen Kapriolen der Schöpfung, von Douglas Adams humorvoll und zärtlich beschrieben, sind oft schwer zu begreifen. Der Mensch ist überfordert. Es hat lange gedauert, bis er verstanden hat, daß ein Tier, eine Art, eine Familie einfach aufhören kann zu existieren und dann unwiederbringlich verloren ist. Und es ist ein Jammer, daß „viele Tiere und Pflanzen verschwinden, vielleicht irgendwo in den Tiefen eines unerforschten Meeres oder in einer stillen Ecke eines tropischen Regenwaldes verborgen, bevor wir von ihrer Existenz erfahren“.


© LUTZ HAGESTEDT

erschienen in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 68 Freitag, 21. März 1991
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