Stichwort „Neue Subjektivität“ – Ralf Theniors Autorschaft zwischen Neuer Poesie und Pragmatik - Seminar

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Stichwort „Neue Subjektivität“ – Ralf Theniors Autorschaft zwischen Neuer Poesie und Pragmatik

PS, 2 SWS, f

Abschluss mit Teilnahme- oder Leistungsschein

Modulprüfung wählbar

Donnerstag, 17.00–18.30, HS Hautklinik


„Das Gedicht“, so der 1945 geborene Ralf Thenior, sei „ein transitorischer Moment, ein winziger Augenblick festgehaltenen Lebens – wir spüren, daß wir noch da sind.“

Die Lyrik der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts ist untrennbar mit dem Begriff der ‚Neuen Subjektivität‘ oder auch der ‚Neuen Innerlichkeit‘ verknüpft. Bei einem Autor wie Ralf Thenior jedoch taugt dieses Label, wenn überhaupt, nur begrenzt. Das lyrische Ich kommt bei ihm kaum vor, stattdessen überwiegt ein realistisch-pragmatischer Blick auf die Welt.

Schon „Traurige Hurras“, sein Lyrik- und Prosa-Debüt von 1977, besticht durch seine Alltagserkundungen: keine Nabelschau, keine Utopien, keine Fantasy, keine Romantik – dafür gezielte Auseinandersetzung mit der ‚Realität‘.

“Traurige Hurras“, der Band mit dem Nachwort von Helmut Heißenbüttel, erschien – durchaus programmatisch – in der AutorenEdition von Bertelsmann, die sich Ende der siebziger Jahre die Aufgabe gestellt hatte, „die gesellschaftlichen Probleme“ in einer „realistische[n] Schreibweise“ (Präambel) darzustellen

Das Seminar zu diesem bedeutenden, vielfach ausgezeichneten, in Dortmund lebenden Autor, der sich als „kleine Firma“ mit dem Stammsitz „Lyrik“ und mehreren „Filialen“ (Prosa, Kinder- und Jugendbuch, Musik) versteht, untersucht den Realitätsbegriff eines Œuvres zwischen ‚Neuer Poesie‘ und pragmatischer Moderne und rekonstruiert die Pragmatik seiner Autorschaft.

Der Autor ist erster Preisträger des Arbeits- und Aufenthaltsstipendiums in Landsdorf bei Tribsees, wird im Seminar zu Gast sein und eine Poetikvorlesung halten. Außerdem ist in der Projektwoche (9.–13. 6.) eine Exkursion nach Landsdorf vorgesehen.


Aktive Mitarbeit und regelmäßige Teilnahme, sprich Hausaufgaben von Woche zu Woche sowie (vereinzelte) Impulsreferate, werden durch Teilnahmescheine quittiert; Leistungsscheine können durch schriftliche Hausarbeiten (ab 15 Seiten Umfang) erworben werden. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich in der ersten Seminarsitzung, die endgültige Aufnahme durch einen Lektüretest zu Theniors Roman „Ja, mach nur einen Plan“. München, Knaus 1988.


Literatur: Dieter Burdorf: Einführung in die Gedichtanalyse. Zweite Auflage. Stuttgart, Weimar 1997 (Sammlung Metzler, 284). Michael Rutschky: Wartezeit. Ein Sittenbild. Köln 1983.

Martin Hielscher: Ralf Thenior. In: Kritisches Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Hg. von Heinz Ludwig Arnold. München [Göttingen]: Text + Kritik 1978ff. [Loseblattsammlung].




Material / Hausaufgaben:


  • Seminarstruktur (http://139.30.60.221/~jk/Thenior-Seminar/TheniorSeminarstruktur.pdf) (PDF-Dokument)
  • Ralf Thenior im KLG (http://139.30.60.221/~jk/Thenior-Seminar/pass/Thenior-KLG.pdf) (PDF-Dokument) (Passwort)


Hausaufgabe zum 8. Mai:

Entwerfen Sie, jeweils mit Zitatnachweisen, eine Merkmalsmatrix zu Detroy (Förstenberg), Kadur (Jatzek), Bronck (Nagel), Elfie/Samantha von Reichenbach (Schulmeiß), Elisabeth Kranewasser (Wirth)!


Hausaufgabe zum 29. Mai:

Lesen Sie den Gedichtband "Traurige Hurras" mit dem Nachwort von Helmut Heißenbüttel!