Narratologie des Tagebuchs: Jünger, Frisch, Kempowski und die „Möglichkeiten einer Gattung“ - Aufbaukurs (hist./syst.)
aus Netzwerk-Literaturkritik, der freien Wissensdatenbank
Lutz Hagestedt
Narratologie des Tagebuchs: Jünger, Frisch, Kempowski und die „Möglichkeiten einer Gattung“
Fr: 17.15 – 18.45 Uhr
Ak hist/syst
Das Tagebuch erfreut sich als Ort eigener Kreativität großer Beliebtheit. Drei Repräsentanten des Tagebuchs im 20. Jahrhundert sollen hier erörtert werden. Zu Beginn des Seminars steht ein Fassungsvergleich der Original-Aufzeichnungen Ernst Jüngers aus dem Ersten Weltkrieg („Kriegstagebuch 1914–1918“) mit dem 1920 veröffentlichten Tagebuch „In Stahlgewittern“. Der Leser erhält hier nicht nur Einblick in Militärisches, sondern lernt eine Persönlichkeit mit Eigenheiten kennen. Berühmt für seine experimentelle literarische Prosamischform ist das „Tagebuch 1946–1949“ von Max Frisch – es hat Möglichkeiten der Gattung strapaziert und erweitert.
Hinreißende Lektüren sind auch die Tagebücher von Walter Kempowski. Von den veröffentlichten („Sirius“, „Alkor“, „Hamit“ und „Somnia“) soll das Wendetagebuch „Hamit“ aus dem Jahr 1990 ins Zentrum des Seminars gestellt werden. Zur theoretischen Grundlegung dient uns Arno Dusini: „Tagebuch. Möglichkeiten einer Gattung“. München: Fink 2005.
Regelmäßige und aktive Teilnahme ist obligatorisch – das Seminar setzt Kreativität und erprobte Lektürekompetenz voraus; Leistungsscheine können durch schriftliche Hausarbeiten (ab 15 Seiten Umfang) erworben werden.Die Anmeldung erfolgt via Stud.IP und in der ersten Seminarsitzung, die endgültige Aufnahme durch einen Lektüretest zu Jüngers „Kriegstagebuch 1914–1918“ (2010) in der zweiten Sitzungswoche.
Literatur:
• Arno Dusini: „Tagebuch. Möglichkeiten einer Gattung“. München: Fink 2005.
