Interview mit Ralf Thenior zur Sinecure Landsdorf

aus Netzwerk-Literaturkritik, der freien Wissensdatenbank

Lieber Herr Thenior,

  • Sie kommen aus Dortmund und leben seit Anfang April als erster Stipendiat der Sinecure Landsdorf im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern. Wie lässt es sich dort arbeiten, entstehen Texte?

Thenior: Das Umfeld ist angenehm. Ich fühle mich wohl. Hauptarbeit der letzen Wochen war die Formulierung meiner Poetik-Vorlesung. Aber es sind auch kleine Texte am Rande entstanden.


  • Vermissen Sie die Großstadt oder bietet das Landleben produktive Abwechslung?

Thenior: Ich wandere gern. Es erfordert Disziplin am Schreibtisch zu bleiben. Da ich mich für Fauna und Flora interessiere, kann ich hier eine Menge Neues entdecken.


  • Haben Sie Exkursionen in die Umgebung unternommen, Greifswald, Rostock, Stralsund gesehen?

Thenior: Ich habe Rostock und Warnemünde besucht, eine Fischlandtour gemacht und Greifswald gesehen. Das letzte Drittel meines Aufenthalts werde ich mich ausschließlich Land und Leuten widmen. Besonders freue ich mich auf Bootsfahrten auf Recknitz und Trebel.


  • Wie nehmen Sie den Menschenschlag von MacPomm wahr?

Thenior: Ich erfahre die Menschen als offen und freundlich. Hoffe, dass es bei meinen Ausflügen ins Land zu mehr und intensiveren Kontakten kommt.


  • Verstehen Sie unseren Dialekt?

Thenior: Ik bün in Hamborch upwussen. Beten Platt kann ik snacken und verstohn.


  • Waren Sie früher schon einmal im Lande?

Thenior: 1990 besuchte ich Rügen und Hiddensee. In den letzten Jahren war ich zwei Mal Gast der Kinder- und Jugendbuchwochen des Boedecker-Kreises in Rostock und habe an verschiedenen Orten in Grundschulen und Hauptschulen aus meinen Büchern gelesen.


  • Am Freitag halten Sie in der Universität eine Poetikvorlesung. Was erwartet Ihre Hörer?

Thenior: Jede Dichterin, jeder Dichter hat einen eigenen, unverwechselbaren Ton. Wie kommt es dazu? Welche Rolle spielen Weltsicht und Witz im sprachschöpferischen Prozess? Diesen Fragen werde ich in meiner Vorlesung nachgehen.

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