Hauptseminar »Deutsche Mythen« - Seminar
aus Netzwerk-Literaturkritik, der freien Wissensdatenbank
Lutz Hagestedt & Christoph Schmitt
"Deutsche Mythen"
HS, 2 SWS, f
Abschluss mit Teilnahme- oder Leistungsschein
Module F, G, L, M, N, HS L2
Modulprüfung wählbar
Mittwoch 17.00-19.00 Uhr
In Hans-Jürgen Syberbergs Epos »Hitler. Ein Film aus Deutschland«, so Hanser Sozialgeschichte der deutschen Literatur, sei die »deutsche Mythologie«, in der sich »Wagnermusik und Hohensalzberg verschränken, megalomanisch-aberwitzig wiederbelebt worden.«
Der Autor und Filmemacher Hans-Jürgen Syberberg (Jahrgang 1935) ist einer der bedeutendsten Repräsentanten des neuen deutschen Films und hat mit »Ludwig. Requiem für einen jungfräulichen König« (1972), »Hitler. Ein Film aus Deutschland« (1977) oder »Karl May« (1977) Filmgeschichte geschrieben. Mit seinen Monologen (»Die Nacht«), Theaterproduktionen (»Die Marquise von O.«) und herausragenden Prosawerken wie »Die freudlose Gesellschaft. Notizen aus den letzten Jahren« (1983), »Der Wald steht still und schweiget. Neue Notizen aus Deutschland« (1984) sowie »Vom Unglück und Glück der Kunst in Deutschland nach dem letzten Kriege« (1990) hat er sich auch als Regisseur, Dramaturg und Autor einen Namen gemacht. Sein aktuelles Tagebuch ist unter http://www.syberberg.de/ abrufbar.
Das Film- und Prosaseminar ehrt mit Hans-Jürgen Syberberg einen streitbaren Intellektuellen, der 1935 als Sohn eines Gutsbesitzers in Nossendorf in Vorpommern geboren wurde, mittlerweile dorthin zurückgekehrt ist und die Stätten seiner Kindheit einer großen, puristischen Inszenierung und Rekonstruktion unterzieht. Wir werden diesen vielfach preisgekrönten »Künstler der Maßlosigkeit« (Susan Sontag) in seiner vorpommerschen Heimat besuchen und ihn ins Seminar einladen.
Das Seminar setzt eine gewisse Vorliebe für Medienwechsel sowie aktive und regelmäßige Mitarbeit voraus; Leistungsscheine können durch schriftliche Hausarbeiten (ab 20 Seiten Umfang) erworben werden. Die Anmeldung erfolgt via Stud.IP und in der ersten Seminarsitzung, die endgültige Aufnahme durch einen Lektüretest in der zweiten Sitzung.
