Hans Fallada und das Literatursystem der Moderne - Konferenz der Hans-Fallada-Gesellschaft, Juli 2009: Programm der Tagung
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Hans Fallada und das Literatursystem der Moderne
Konferenz der Hans-Fallada-Gesellschaft e.V. und der Universität Rostock am 23. und 24. Juli 2009 im Hans-Fallada-Museum Carwitz (Scheunensaal)
Kontakt:
Hans-Fallada-Museum Carwitz
Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel
Zum Bohnenwerder 2
17258 Feldberger Seenlandschaft
Tel./Fax: 039831/20359
museum@fallada.de
www.fallada.de
Hans Fallada und das Literatursystem der Moderne
Diese Konferenz nimmt mit Hans Fallada einen Vertreter der Poetae minores in den Blick, die – etwa im Unterschied zu Thomas Mann – nicht die Bürde symbolischer Repräsentanz zu tragen hatten, sondern in einem „geistigen und literarischen Zwischenreich“ ihr Werk stiften konnten. Die Veranstalter sehen in Fallada einen Autor von epochaler Relevanz, über dessen Werk sich die Mechanismen des Denk- und Literatursystems der Frühen bzw. Klassischen Moderne begreifen lassen. Ziel der Tagung soll es daher sein, auch scheinbar »autornahe« Texte wie Falladas Gefängnistagebuch nicht als autobiographische Dokumente zu lesen, sondern als Ausdruck der Lebensideologie, wie sie für die Literatur der Moderne typisch war. Das Symposium setzt sich damit dezidiert von der gängigen Analysepraxis ab, die von der Forschung bislang favorisiert wird und Falladas Œuvre als Erhellung oder Verschlüsselung seines Lebens deutet. Der Begriff des »Lebens« freilich hat auch für diese Tagung einen hohen Stellenwert, wenngleich in anderer Bedeutung. Es geht ihr um das umfassendere Lebenskonzept des Denk- und Literatursystems, die »das Leben« als zentralen Wert konzipieren und an ihm auch das Krisenbewusstsein der Epoche festmachen. Die Initiatoren hoffen, vermittels dieser Systematik auch einigen Missverständnissen beikommen zu können, die die Forschung zum Autor mitunter begleitet haben.
Donnerstag, 23. Juli
9.30 Uhr – 10.00 Uhr Begrüßung und Einführung Patricia Fritsch-Lange (Vorsitzende der Hans- Fallada-Gesellschaft e.V.) Dr. Stefan Knüppel (Leiter des Hans-Fallada- Museums Carwitz) Prof. Dr. Lutz Hagestedt (Universität Rostock)
10.00 Uhr – 11.15 Uhr Vorträge und Diskussionsforum Dr. Martin Lindner (Freising) Falladas „Bauern, Bonzen und Bomben“ als Hybrid aus literarischer Stilisierung, fiktionaler Verfremdung und semi-dokumentarischem Bezug zur historischen „Realität“ Prof. Dr. Ralf Georg Bogner (Saarbrücken) Literarisierung von Literalität imWerk Falladas
11.15 Uhr – 11.45 Uhr Kaffeepause
11.45 Uhr – 13.00 Uhr Vorträge und Diskussionsforum Petra Porto (Rostock) „Wird doch etwas Lebendiges geboren aus dieser fauligen Zeit?“ Paarbildung und ‑bindung in Hans Falladas „Wolf unter Wölfen“ Prof. Dr. Lutz Hagestedt (Rostock) „Was ein junger Mann vor und von der Ehe wissen muss“. Zur frühmodernen Konzeption der Sexualpathologie in Hans Falladas Roman „Wolf unter Wölfen“
13.00 Uhr – 14.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr – 15.15 Uhr Vorträge und Diskussionsforum Prof. Dr. Marianne Wünsch (Kiel) Der „Kleinbürger“ in der Erzählliteratur der Frühen Moderne Prof. Dr. Michael Titzmann (Passau) Falladas „Bauern, Bonzen und Bomben“ im Kontext der Erzählliteratur der 20er Jahre
15.15 Uhr – 15.45 Uhr Kaffeepause
15.45 Uhr – 17.00 Uhr Vorträge und Diskussionsforum Antje Pautzke (Rostock) „Kein Mensch ist ganz schlecht, auch Sophie ist es nicht“. Aspekte eines abweichenden Lebenslaufs in Falladas „Wolf unter Wölfen“ Dr. Stefan Knüppel (Carwitz) „Sachlicher Bericht über das Glück, ein Morphinist zu sein“. Falladas literarische Physiognomik
Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu weiteren Gesprächen und Diskussionen. Die Versorgung übernimmt während der gesamten Konferenz die Firma „Brust oder Keule“. Ein kleines Abend-programmauf dem Museumsgelände wird von der Hans-Fallada-Gesellschaft vorbereitet.
Freitag, 24. Juli
9.00 Uhr – 10.15 Uhr
Vorträge und Diskussionsforum
Dr. Bernhard Heinrich (Schweinfurt)
Anstand - Hans Falladas moralischer Imperativ
Prof. Dr. Jörg Schönert (Hamburg)
Krisen, Malheurs und Katastrophen: Kriminalität als
Störung oder Bruch von Lebenskonzepten in der
Erzählprosa Falladas
10.15 Uhr – 11.30 Uhr Vorträge und Diskussionsforum Prof. Dr. Karl Prümm (Marburg) Kinematographisches Schreiben bei Hans Fallada Prof. Dr. Volker Mergenthaler (Marburg) „Erlaubnis … zu schreiben“. Zuchthaus und literarische Produktivität in ausgewählten Texten Falladas
11.30 Uhr – 12.30 Uhr Mittagspause
12.30 Uhr – 13.30 Uhr Vortrag und Diskussionsforum Dr. Gustav Frank (München) und PD Dr. Stefan Scherer (Karlsruhe) „Lebenswirklichkeit“ im „gespaltenen Bewusstsein“. Hans Fallada und die Erzählliteratur der späteren 30er Jahre
13.30 Uhr – 14.00 Uhr Fazit mit Abschlussdiskussion Prof. Dr. Lutz Hagestedt (Rostock)
16.00 Uhr Beginn der 19. Hans-Fallada-Tage (siehe gesondertes Programm)
Die Veranstaltung wird gefördert durch das
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die
Gemeinde Feldberger Seenlandschaft, die Hans-
Fallada-Stiftung, den Rowohlt Verlag, den Aufbau-
Verlag sowie die Arbeitsgemeinschaft Literarischer
Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln des
Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und
Medien aufgrund eines Beschlusses des deutschen
Bundestages.
Dokumente
Programm der Tagung als PDF (http://139.30.60.221/~jk/Fallada-2009/TagungsprogrammFallada2009.pdf)
