Goethe-Werkgeschichte - Vorlesung
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Lutz Hagestedt
Goethe-Werkgeschichte
Fr: 11.15-12.45 Uhr
Vorlesung, 2 SWS, fakultativ
• alle Studiengänge; Module F, G, L, M, N, O, P, HS/L2, studium generale, TK3, TK4
"Wenn ich durch die Augen von Baudelaire, Mallarmé und vor allem von Valéry auf [Goethe] zu blicken suche, so finde ich, daß ich von seiner Bedeutung, von der Bedeutung seines Werks als eines Ganzen in immer wachsendem Maße überzeugt bin." Und wenn wir von einem Lebenswerk sprechen, meinen wir nicht bloß die Werkausgabe, sondern auch vieles von dem, was der Person sonst noch an Leistungen zugerechnet werden kann: "Monumente des Autors. Lebensgeschichte und Werkedition" lautet ein aktueller Sonderforschungsbereich.
Darüber hinaus können viele andere Instanzen an der Werkstiftung teilhaben, ohne doch Teil des Werkes zu sein: Liebespartner und sonstige Wegbegleiter, Verleger, Drucker und Hersteller, Buchhändler und Kritiker usw. Unter besonderen Umständen können sie sogar ins Werk hineindiffundieren (Goethes Eckermann) und, durch ihren Briefwechsel mit dem Autor etwa, Werkqualität annehmen. Die Vorlesung geht der Frage nach, wie die Grenzen des Werkes beschaffen sind und wie sie bei Goethe und in der Goethezeit definiert werden, in einer Zeit also, als es ein Urheberrecht im modernen Sinne noch nicht gegeben hat und die Einheit von Autor und Werk erst noch definiert werden musste.
Die Vorlesung folgt der Goethe'schen Werkentwicklung von den "Neuen Liedern" bis zur Ausgabe letzter Hand und nimmt dabei auch die Strukturen des zeitgenössischen Literatursystems in den Blick.
Literatur:
• Goethe-Handbuch. Hg. von Bernd Witte. Vier in Fünf Bänden und Registerband. Stuttgart, Weimar: Metzler 1996-1999.
