Der Ruf
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„DER RUF“ – Der politisch-publizistische Ursprung der GRUPPE 47
Die Geschichte der GRUPPE 47 beginnt nicht erst im September 1947 am Bannwaldsee in Füssen/Oberbayern, sondern bereits im Frühjahr 1945 im amerikanischen Kriegsgefangenlager Fort Philip Kearney (Rhode Island). Dort erschien ab dem 1. März 1945 bis zum 1. April 1946 die Kriegsgefangenenzeitung DER RUF. Zeitung der deutschen Kriegsgefangenen in den USA, die einen wichtigen Bestandteil des amerikanischen „Umerziehungsprogramms“ darstellte zur „Wiedererweckung echten demokratischen Denkens“ in den deutschen Internierten. (DER RUF und seine Anfänge in den USA) Diese Konzeption sollte dann nach dem Kriegsende in Deutschland ganz in den Dienst der amerikanischen „Umerziehungspolitik“ gestellt werden. Zu diesem Zweck war DER RUF. Unabhängige Blätter der jungen Generation in München neu gegründet worden – wobei er sowohl von seinen Initiatoren als auch von der amerikanischen Militärregierung ursprünglich als Fortsetzung des Kriegsgefangenen-RUF angesehen wurde. Seine politisch engagierten Herausgeber, Alfred Andersch und Hans Werner Richter, dachten indessen eher daran, einen „Gegen-RUF“ zu veröffentlichen, als mit einer auferlegten „Umerziehungspolitik“ fortzufahren. Ihre Konzeption des RUF war dabei nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich gewagt. (Der Münchener RUF) Das führte schließlich im Frühjahr 1947 zu einem vorübergehenden Verbot des RUF durch die amerikanische Militärregierung und bald darauf zur Beendigung der Herausgeberschaft von Andersch und Richter. Richters anschließender Versuch, den Kreis der ehemaligen RUF-Mitarbeiter zusammenzuhalten; das Bestreben dieser jungen Schriftsteller und Publizisten, ein neues Sprachrohr zu finden und die nicht zuletzt Idee, eine neue, nunmehr literarische Zeitschrift zu gründen, brachte schließlich im September 1947 eine kleine Gruppe von Autoren am Bannwaldsee in Füssen/Oberbayern zusammen – zum ersten Treffen der GRUPPE 47. (Vom Münchener RUF zur GRUPPE 47)
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Seminar - "Die Gruppe 47 und ihre InGroups der Autoren, Verleger und Kritiker" - Prof. Lutz Hagestedt
