Christian Thomasius

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Christian Thomasius
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Christian Thomasius


1. Biographie


1655

geboren in Leipzig, entstammt einer örtlichen Gelehrtenfamilie, Schule ebenda


1669

mit 15 Jahren Einschreibung an der Universität Leipzig


1671

Baccalaureus an der Philosophischen Fakultät


1672

Magister


1672-1679

Studium der Jurisprudenz an den Universitäten Leipzig und seit 1675 Frankfurt/Oder, gibt dort selbst bald juristische Vorlesungen, 1679 Promotion, anschließend Bildungsreise in die Niederlande


1679

Rückkehr nach Leipzig, Tätigkeit als Advokat, Abhaltung von Privatvorlesungen in Leipzig


1685

Publikation der Untersuchung „De crimine bigamiae“, in der er darlegt, daß vernunftrechtlich kein Einwand gegen die Bigamie erhoben werden könne


1687-88

Ankündigung der ersten deutschsprachigen Vorlesung an der Universität Leipzig


1688

Veröffentlichung des ersten Hauptwerkes „Institutiones jurisprudentiae divinae“ mit einer Abgrenzung der vernunftgeleiteten Wissenschaften vom suprematären Anspruch der Theologie


1688-90

Publikation der ersten deutschsprachigen literaturkritischen Zeitschrift „Monats=Gespräche"


1690

Verhängung des Publikations- und Lehrverbots über Thomasius in Sachsen, Flucht nach Berlin in das Kurfürstentum Brandenburg, ehrenvolle Aufnahme dort, Abordnung nach Halle/Saale zur Mitwirkung an der Neueinrichtung der dortigen Universität


1694

Eröffnung der Universität Halle/Saale, Thomasius wirkt dort als Professor juris, 1709 Ernennung zum Justizrat des preußischen Königs, 1710 Universitätsdirektor auf Lebenszeit


1701

Veröffentlichung des Traktates „De crimine magiae“, in dem Thomasius sich vehement gegen die Hexenverfolgung ausspricht


1705

Veröffentlichung des Traktates „De tortura ex foris Christianorum proscribenda“ mit einem deutlichen Votum für die Abschaffung der Folter


1728

verstorben in Halle/Saale


2. Schriften (in Auswahl)


De crimine bigamiae. Leipzig 1685.

Discours welcher Gestalt man denen Franzosen […] nachahmen solle. In: Kleine teutsche Schriften. Halle/Saale 1701. S. 1-70. [zuerst erschienen 1687].

Von denen Mängeln der Aristotelischen Ethic, und von anderen das Jus Publicum betreffenden Sachen. In: Ebd. S. 71-106. [zuerst erschienen 1688].

Institutiones jurisprudentiae divinae. Frankfurt/Main, Leipzig 1688. [in deutscher Sprache: Drey Bücher der göttlichen Rechtsgelahrtheit. Halle/Saale 1709].

Discurs von der Freyheit jetziger Zeiten gegen die vorigen. In: Kleine teutsche Schriften. Halle/Saale 1701. S. 399-412. [zuerst erschienen 1691].

Die neue Erfindung einer wohlgegründeten und für das gemeine Wesen höchstnöthigen Wissenschaft. In: Ebd. S. 449-490. [zuerst erschienen 1691].

Einleitung zu der Vernunfft=Lehre. Halle/Saale 1691.

Ausübung der Vernunfft=Lehre. Halle/Saale 1691.

Einleitung zur Sittenlehre. Halle/Saale 1692.

An haeresis sit crimen. Halle/Saale 1697.

De jure principis circa haereticos. Halle/Saale 1697.

Summarischer Entwurf der Grundregeln, die einem studioso juris zu wissen nöthig. Halle/Saale 1699.

De crimine magiae. Halle/Saale 1701.

Fundamenta iuris naturae et gentium. Halle/Saale 1705.

De tortura ex foris Christianorum proscribenda. Halle/Saale 1705.

Juristische Händel. Erster Theil. Halle/Saale 1720.



3. Forschungsliteratur (in Auswahl)

Alt, Peter-André: Empirische Tendenzen bei Thomasius. In: Ders.: Aufklärung. Stuttgart, Weimar 1996. (Lehrbuch Germanistik). S. 21–25.

Beetz, Manfred/Jaumann, Herbert (Hg.): Thomasius im literarischen Feld. Neue Beiträge zur Erforschung seines Werkes im historischen Kontext. Tübingen 2003. (Hallesche Beiträge zur Europäischen Aufklärung 20).

Bühler, Christoph: Die Naturrechtslehre und Christian Thomasius (1655–1728). Regensburg 1991. (Theorie und Forschung 143; Rechtswissenschaften 3).

Fleischmann, Max (Hg.): Christian Thomasius. Leben und Lebenswerk. (Neudr. der Ausg. Halle/Saale 1931). Aalen 1979. (Beiträge zur Geschichte der Universität Halle-Wittenberg, Veröffentlichungen des Ausschusses zur Pflege der Universitätsgeschichte in Halle 2).

Grimm, Gunter E.: Vom Schulfuchs zum Menschheitslehrer. Zum Wandel des Gelehrtentums zwischen Barock und Aufklärung. In: Über den Prozeß der Aufklärung in Deutschland im 18. Jahrhundert. Personen, Institutionen und Medien. Hg. v. Hans Erich Bödeker und Ulrich Herrmann. Göttingen 1987. (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 85). S. 14–38.

Kühlmann, Wilhelm: Gelehrtenrepublik und Fürstenstaat. Entwicklung und Kritik des deutschen Späthumanismus in der Literatur des Barockzeitalters. Tübingen 1982. (Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur 3). S. 423–437.

Lieberwirth, Rolf: Christian Thomasius. Sein wissenschaftliches Lebenswerk. Eine Bibliographie. Weimar 1955. (Thomasiana 2).

Maurer, Michael: Christian Thomasius oder: Vom Wandel des Gelehrtentypus im 18. Jahrhundert. In: Christian Thmasius (1655-1728). Neue Forschungen im Kontext der Frühaufklärung. Hg. v. Friedrich Vollhardt. Tübingen 1997. (Frühe Neuzeit 37). S. 429–444.

Pilling, Dieter: Christian Thomasius. Aufklärer, Wissenschaftler, Publizist, Schriftsteller. In: Weimarer Beiträge 36 (1990), H. 5, S. 735-754.

Schmidt, Werner: Ein vergessener Rebell. Leben und Werk des Christian Thomasius. München 1995.

Schneiders, Werner (Hg.): Christian Thomasius (1655–1728). Neue Forschungen im Kontext der Frühaufklärung. Tübingen 1997. (Frühe Neuzeit 37).

Schröder, Peter: Christian Thomasius zur Einführung. Hamburg 1999. (Zur Einführung 197).

Vollhardt, Friedrich (Hg.): Christian Thomasius 1655–1728. Interpretationen zu Werk und Wirkung. Mit einer Bibliographie der neueren Thomasius-Literatur. Hamburg 1989. (Studien zum achtzehnten Jahrhundert 11).

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