"Pendel"-Lexikon - Luigi Bauco, Francesco Milloca: Das Geheimnis des Pendels entschlüsselt

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Rezension von Lutz Hagestedt

„Pendel“-Lexikon

LUIGI BAUCO, FRANCESCO MILLOCCA: Das Geheimnis des Pendels entschlüsselt. Zu Umberto Ecos neuem Weltbestseller „Das Foucaultsche Pendel“. Herausgegeben und übersetzt von Jakob Haselhuber. Wilhelm Heyne Verlag, München 1990 (Heyne Sachbuch 112). 350 Seiten.

Ecos neuer Roman „Das Foucaultsche Pendel“ ist gerade erst ein Vierteljahr auf dem deutschen Markt, da liegt auch schon ein Heyne Sach- und Wörterbuch zur Begleitlektüre vor, mit zahlreichen lexikalischen Einträgen zu den Geheim-, Natur- und Geisteswissenschaften, die im „Foucaultschen Pendel“ thematisiert werden, mit Illustrationen und Schaubildern und Kurzbiographien und vielem, was der wißbegierige Leser wissen möchte. Das Geheimnis des Pendels wird hier natürlich nicht entschlüsselt, auch ist das 350-Seiten-Werk schon jetzt erweiterungs- und verbesserungsbedürftig: es fehlen Hinweise auf die von Eco zitierten Referenztexte, etwa auf Edgar Allan Poes „Die Grube und das Pendel“, auch Michel Foucault darf eigentlich nicht fehlen, fiktive Figuren (zum Beispiel Sam Spade aus Dashiell Hammetts „Malteser Falken“) sollten genauso behandelt werden wie reale Figuren und einen eigenen Eintrag bekommen, also auch Belbo, Diotallevi und Lia (hier müßte dann ein Hinweis auf Dante erfolgen), es gäbe noch unendlich viel zu „entschlüsseln“. Immerhin, der Anfang ist gemacht, und der Verlag bittet seine Leser ausdrücklich, ein großes Dechiffriersyndikat zu bilden und an den Nachauflagen korrigierend mitzuwirken.

© LUTZ HAGESTEDT

erschienen in: Süddeutsche Zeitung Nr. 43 vom 21. 2. 1990

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